Der Regenradar versprach heftige Niederschläge ab 14:00 Uhr. Kein Problem, sprachen wir, wir sind um 13:00 Uhr auf der Passhöhe, passt doch. Also packten Willi und ich die Handbikes ins Auto und fuhren nach Linthal. Fast exakt um 09:00 Uhr, rechtzeitig zur Schliessung des Klausenpasses für motorisierte Vehikel, nahmen wir die ersten Pflastersteine unter die Räder. Willi motorisiert, machte schon mal Strecke, während ich meinen Rhythmus fand und mit der einen oder anderen Unterhaltung nach oben kurbelte. Es lief ganz gut, allerdings musste ich mich schon bald meiner Weste entledigen um nicht vollgeschweisst zu werden. Später machte ich einen kurzen Reparaturstop, der Lenkungsdämpfer den ich am Vortag ersetzte drückte das Vorderrad nach links, das stetige Gegensteuern war mir dann doch zu mühsam. Eine kleine Kritik hier, ich erntete viel Beifall und Anfeuerungsrufe, aber wie ich so mit dem Schraubenschlüssel am Strassenrand hantierte hat kein einziger der hunderten Velofahrer angehalten und gefragt ob er helfen könne. Das fand ich enttäuschend.
Wie dem auch sei, nach einer Pinkelpause erreichte ich den Urnerboden, gleichzeitig errichte mich die Regenfront. Da war es um mich geschehen. Regenschutz und Handschuhe montiert und schon befand ich mich auf der Abfahrt. Wassermengen von oben und unten, von vorn und hinten, ich trank mehr Spritzwasser direkt aus der Luft als vorher aus dem Bidon. Zurück beim Auto stellte ich mich unter bis Willi auch ankam, er ist weniger Kälteempfindlich als ich und machte die letzten dreihundert Höhenmeter bis zur Passhöhe. Kurz etwas trockenes angezogen und wir fuhren nach Hause.